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Woher kommt eigentlich der Name "Lais" ?



   

Bedeutung des Namens Lais

"Lais" ist eine Verkürzung des Vornamens Nikolaus und im südwestlichen Hochschwarzwald, im Tal der Wiese, welche bei Basel in den Rhein mündet, seit Urzeiten einheimisch. Der südliche Schwarzwald war seit dem Mittelalter Einflussgebiet des Klosters St. Blasien. Nur der westlichste Teil bildete vom 15.-18. Jahrhundert eine staatliche Einheit namens "Markgrafschaft Baden-Durlach", die zur Zeit Napoleons im Grossherzogtum Baden aufging. Das so genannte "Markgräfler Land" bildet eine evangelische Enklave innerhalb des mehrheitlich katholischen Landes Baden-Württemberg. Offenbar hatte die Reformation in Basel bis zum Markgrafen in Durlach ausgestrahlt. Wegen der Reformation wurden die Lais in katholische (Stadt Schönau) und evangelische (Gemeinden Neuenweg und Marzell) aufgeteilt.
Das kleine Dörfchen Kaltenbach zählt nur noch wenige Dutzend Einwohner und bildet seit 1931 keine Gemeinde mehr. Es besitzt neben seiner aussichtsreichen Lage auf über 700 m ü. M. eine uralte Kirche mit einem (Wehr-)Turm aus dem 12. Jahrhundert. Noch heute wohnen Leute meines Namens in Kaltenbach.

In den Telefonbüchern von London, Paris etc. finde ich auch Namensvettern mit Vornamen wie Abdullah oder Mohammed. Der Name Lais kommte ganz offenbar auch in Pakistan vor. Was er dort bedeutet, ist mir unbekannt.

Familiengeschichte der Lais aus Kaltenbach

1881 wanderte Mathias Lais (*1828) aus Kaltenbach (heutige Gemeinde Malsburg-Marzell, Landkreis Lörrach) nach Wipkingen aus, das damals noch eine eigene Gemeinde bildete. Über ihn steht in der Ortsfamiliendatenbank Vogelbach-Marzell:

"Er machte die Badische Revolution 1848 beim 10. Bad. Infanterie
Bataillon mit und war dort auch 1852 noch Soldat. Im Jahre 1881, nach dem
Tod der Ehefrau zog er mit den Kindern nach Zürich-Wipkingen.
Bg. in Kaltenbach;
Beruf:
Bauer; Weber; Polizeidiener"

Die Auswanderung verlief wie noch heute bei vielen MigrantInnen. Nach dem Tod seiner Frau Barbara 1880 liess Mathias Lais vorerst seinen ältesten Sohn Ernst (*1857) in die Schweiz ziehen. Ein Jahr später rückten Mathias und seine anderen vier Söhne, alles Zimmerleute, nach. Ernst Friedrich Lais gründete ein Zimmereigeschäft in Wipkingen und amtete auch als Methodistenprediger. Schon nach vier Jahren wurde er zusammen mit seinem Sohn Ernst (*1881) in Wipkingen eingebürgert. Nach der Eingemeindung wurde die Familie Lais Bürger der Stadt Zürich. Ernsts Brüder zerstreuten sich offenbar, die Zimmerleute waren ja mobile Gesellen. Jedenfalls ist registriert, dass einer von ihnen nach Amerika auswanderte und wir deshalb seit über 100 Jahren auf die Rückkehr des reichen Onkels hoffen können...
Ernst junior arbeitete als Zimmermann auf Brücken-Baustellen, zum Beispiel beim Landwasserviadukt der Rhätischen Bahn. Vor der Spannbetontechnik mussten riesige hölzerne Baugerüste erstellt werden, um die Brückenpfeiler mauern zu können. Später wurde dieser Ernst Lais-Meyer, mein Grossvater, in Wallisellen sesshaft, wo er Betriebsleiter der Zementröhrenfabrik Favre & Cie. war. Als erster der Familie war er Gemeinderat und Schulpfleger der damaligen Demokratischen Partei. 1925 liess er mein Elternhaus am Bergliweg erbauen. Wie in Wallisellen seit jeher üblich, wurde das neu gewählte Gemeinderatsmitglied ins Bürgerrecht der Gemeinde Wallisellen aufgenommen.
Von seinem Vater Ernst senior ist überliefert, dass er im Alter von über 70 Jahre mit dem Velo von Wallisellen einen Verwandtenbesuch im Schwarzwald machte und dort am nächsten Morgen an einem Herzschlag starb. Ernst Lais-Meyer starb 1949, ich habe ihn also nicht gekannt.

Nebst den Nachkommen des Mathias Lais aus Kaltenbach wanderten noch andere Familien Lais in die Schweiz aus. Insgesamt sind heutzutage ca. 50 Telefonanschlüsse auf Privatleute namens Lais registriert. Alle stammen sie von Südschwarzwälder Immigranten ab.

In unserem "Ahnenköfferchen" bewahren wir die alten Briefe, Dokumente, Anzeigen und Fotos auf, die die Familiengeschichte der nunmehr 6 Generationen Lais aus Kaltenbach/Wipkingen/Wallisellen dokumentieren und lebendig erhalten.

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